
FSME - Frühsommer-Meningoenzephalitis
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis,
kurz FSME, ist eine virale Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Der Erreger
der FSME, das FSME-Virus, wird in erster Linie
von Zecken auf den Menschen übertragen. Es sind jedoch auch einige wenige Fälle
bekannt, bei denen die Erkrankung durch den Genuss unpasteurisierter Milch von infizierten
Kühen oder Ziegen ausgelöst wurde.
Lange Zeit galten vor allem
bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Jäger, Wald- und Landarbeiter als gefährdet,
an einer FSME zu erkranken. Inzwischen sind solche beruflich gefährdeten Personen
meist gegen die FSME geimpft. Daher ist die Gefahr, in der Freizeit von einer Zecke
gebissen und an FSME zu erkranken, am höchsten.
Im letzten Jahr wurden
fast 550 klinische Fälle in Deutschland gemeldet (Stand Jan. 2007). Nicht
jede FSME-Infektion führt zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die Mediziner
haben bisher noch nicht herausfinden können, warum es bei einigen Menschen
zu schweren Erkrankungen kommt und diese sogar daran sterben, während andere
FSME-Infizierte nur leicht oder gar nicht erkranken. Sicher ist, dass das
Alter der Infizierten eine wichtige Rolle spielt. Je älter die Person, um so
schlimmer kann die FSME verlaufen.
Symptome und Verlauf
der FSME
Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien.
Stadium I:
Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich
einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.
Stadium II:
Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem.
Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis).
Die Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer
Nacken.
Eine schwere Form der FSME
ist die Gehirnentzündung. Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das
ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen. Es kann neben den Symptomen einer
Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu
psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen. Auch
das Rückenmark, beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können vom
FSME-Virus geschädigt werden

Spätfolgen
Rund 10 bis 20 Prozent der Patienten haben nach einer schweren
klinischen Verlaufsform der FSME langanhaltende oder bleibende
neuropsychologische Schäden.
Relativ häufig treten bei einer FSME
psychische Veränderungen wie beispielsweise Antriebsschwäche oder
Depressionen auf. Vor allem Erwachsene leiden unter Langzeitschäden – zirka
40 Prozent der Betroffenen. Kindern sind mit zwei Prozent sehr selten
betroffen.
Auch Todesfälle durch FSME sind bekannt. Es
sterben etwa ein bis zwei Prozent der Patienten, bei denen das Virus das
zentrale Nervensystem befällt.
Wie kann man sich anstecken?
Die FSME-Viren sind im Speichel
der Zecke. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen. Auch
wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt,
schützt das nicht gegen eine FSME.
Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt,
umso höher ist das Risiko sich mit weiteren Erregern zu infizieren.
Verbreitungsgebiete der FSME